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Gaspreisbremse sorgt für Chaos bei Eigentümern und Verwaltern

Der Verband der Immobilienverwalter Hessen (VDIVH) wünscht sich für die Umsetzung der geplanten Gaspreisbremse in der Praxis mehr Klarheit. Die Empfehlungen der Expertenkommission ließen zu viele Fragen offen, so Marco Weber, Vorstandsmitglied des Verbandes mit rund 320 Mitgliedsunternehmen in Hessen.

„Wir begrüßen grundsätzlich die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger durch entsprechende Entlastungspakete“, so Weber. „Für die Energieversorger, Verwalter und Eigentümer in Hessen bedeuten diese in der aktuellen Form jedoch einen großen bürokratischen Aufwand und viele ungeklärte Details. Das sorgt für Chaos und viel Unmut bei den Betroffenen.“ Der Verband fordere daher, dass die Stimmen aus der Praxis bei den anstehenden Beratungen der Bundesregierung Gehör finden. Noch unklar sei beispielsweise, wie der September-Verbrauch ermittelt werden soll. 

Viele Sonderfälle bei den Nebenkostenabrechnungen

„So einfach, wie die Expertenkommission das Bild der monatlichen Abschlagszahlungen gezeichnet hat, ist die Lage in der Praxis nicht“, erklärt Weber, der eine Immobilienverwaltung in Kassel führt und die Herausforderungen im Alltag kennt. „Viele Wohnungsunternehmen und Wohnungseigentümergemeinschaften haben mit ihren Versorgern individuelle Zahlungsvereinbarungen geschlossen.“ Manche Versorger berechneten 11, manche 12 Monate, andere Vereinbarungen sähen Zahlungen alle zwei oder drei Monate vor. „All dies sorgt am Ende für eine unterschiedliche Berechnungsbasis und damit fehlt die einheitliche Grundlage für die geplante Entlastung.“

Kurzfristige Umsetzung der Pläne nicht möglich

Fast noch gravierender wiege ein zweiter Aspekt, so Weber: „Die Wirtschaftspläne für 2023 sind von den Wohnungseigentümergemeinschaften bereits beschlossen worden. Wenn die Gaspreisbremse als Defacto-Entlastung noch berücksichtigt werden soll, müsste dies von den WEGs jeweils neu beschlossen werden.“ Dafür fehlten aber zum einen die konkreten Vorgaben, wie es in der Praxis umgesetzt werden soll. Zum anderen müssten innerhalb kürzester Zeit neue Eigentümerversammlungen angesetzt werden. „Mit einer Ladungsfrist von drei Wochen zu den Versammlungen ist es völlig utopisch, all das bis Jahresende zu schaffen.“ In der aktuellen Form sei die von der Bundesregierung gewünschte, rasche Umsetzung der Pläne daher schlichtweg nicht möglich.

„Für die Verwalter bedeuten die Vorhaben einen großen Aufwand, der mit der aktuellen Personaldecke in kurzer Zeit kaum bewältigt werden kann“, so Weber weiter. „Gewünscht war eine Entlastung. Konkret aber heißt das, der Verwalter muss sich im Dezember hinsetzen und Tausenden von Mietern und Eigentümern individuell Abschläge ausrechnen und eine Auszahlung veranlassen.“ Die Kosten für die Mehraufwände müssten von den Eigentümern geschultert werden, so Weber.

Insgesamt wünscht sich der Verband einen genaueren Blick auf die Herausforderungen in der Praxis. „Als Verwalter bilden wir ein wichtiges Bindeglied zwischen Eigentümern, Mietern und Energieversorgern. Um dieser Rolle gerecht zu werden, müssen wir auch bei Detailfragen zur Gaspreisbremse handlungsfähig sein. Hier muss es seitens der Bundesregierung deshalb klarere Vorgaben und eine transparentere Kommunikation geben, die auch die Sonderfälle berücksichtigt.“

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