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Das 19. Verwalterforum und 16. Beirats- & Eigentümerseminar in Bad Vilbel: ganz im Zeichen des Heizungsgesetzes

Das 19. Verwalterforum und 16. Beirats- & Eigentümerseminar in Bad Vilbel: ganz im Zeichen des Heizungsgesetzes

Zum diesjährigen Verwalterforum und Beirats- & Eigentümerseminar trafen sich Verwalter, Beiräte und Eigentümer aus ganz Hessen im Februar in dem modernen Bad Vilbeler Kongresscenter „VILCO“, welches die ideale Kulisse für viele belebende Gespräche an den Ständen der Fachausstellung, gut besuchte Workshops der Partnerunternehmen und ein spannendes Vortragsprogramm im Saal, bot.

In seiner Begrüßungsrede der rund 250 teilnehmenden Verwalter und Ehrengäste, darunter Landesgeschäftsführer Hessen und Präsidiumsmitglied von Haus und Grund Deutschland, Younes Ehrhardt, Landesgeschäftsführer des IVD Mitte, Johannes Engel, Landesgeschäftsführer des BFW Hessen, Gerald Lipka, sowie Vorstände des VDIV NRW, betonte der VDIVH-Vorstandsvorsitzende Werner Merkel den Wert des gemeinsamen Austauschs und die Vernetzung im Verband zur Wirtschaft und Politik. Aufgrund der enormen Herausforderungen sowie einer Vielzahl neuer Regelungen sei es wichtig, die Stimme weiterhin gegenüber der Politik zu erheben. Die hessischen Hausverwaltungen und mit ihnen zahlreiche Eigentümerinnen und Eigentümer fühlten sich von der Politik alleingelassen. Die Wohnungseigentümergemeinschaften stünden vor riesigen Herausforderungen. Neben dem kontinuierlichen Instandhaltungsbedarf der Wohnungen und Gebäude türme ihnen der Bund immer neue Anforderungen auf. Diese reichten von der energetischen Sanierung über den barrierefreien Umbau bis hin zur Elektromobilität und den neuen Aufgaben durch das Gebäudeenergiegesetz. Das alles sei für die Menschen nicht mehr leistbar. An die neue hessische Landesregierung richtete der Vorstandsvorsitzende die Forderung, dass die Probleme schnell angepackt werden müssten und dabei die Belange der Immobilienverwaltungen – auch zum Wohle der Eigentümer – stärker berücksichtigt werden müssten als bisher.

Noch einmal offiziell in der Quellenstadt begrüßt wurden die Teilnehmer danach von Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main, welcher ein flammendes Plädoyer für die Stärkung der Wirtschaft insgesamt, aber insbesondere der Immobilienbranche, hielt. Dabei verwies er auch auf die der Verwalter zu schaffen machendenden Fachkräftemangel, der u.a. auch dadurch verkleinert werden könnte, wenn die Verwalter mehr Ausbilden würden.

Nach der Vorstellungsrunde der Aussteller startete das inhaltliche Programm mit dem Vortrag von Dr. Frank Zschieschack, Vorsitzender Richter am Landgericht Frankfurt am Main. Er vermittelte den Zuhörern dabei wertvolle Einblicke in die aktuelle WEG-Rechtsprechung und beleuchtete dabei alltagsnahe Themen wie Baumaßnahmen, Jahresabrechnungen und Kostenregelungen. Helge Schulz, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht aus Hannover, informierte die teilnehmenden Verwalter darüber, was sie jetzt rund um den Glasfaserausbau und die TKG-Novelle wissen müssen.

Im Anschluss hieran griff Rechtsanwalt Thomas Hannemann (Karlsruhe) das Mietrecht auf und erläuterte unter anderem mit praxisnahen Beispielen rechtliche Probleme rund um die Untervermietung; auch wurden in dem Vortrag anhand der aktuellen Rechtsprechung und praxisnahen Tipps die Möglichkeiten der rechtswirksamen Kündigung von Wohnraummietverhältnissen erklärt.

Nach der Mittagspause wurden in einer Podiumsdiskussion zum Gebäudeenergiegesetz Herausforderungen für Immobilienverwaltungen in der Praxis und Information an die Eigentümer diskutiert. Das Podium war hierbei aus verschiedenen Blickwinkeln eines Hausverwalters, eines Energieberaters, eines ausführenden Unternehmens und eines Juristen unter der Diskussionsleitung von Werner Merkel besetzt. In der Diskussion zeigte sich einmal mehr die Vielfältigkeit der Herausforderungen, welche von Verwaltern nunmehr bewältigt werden müssen.

Im Anschluss daran zog Notar Dr. Felix Wobst drei Jahre nach der WEG-Reform ein Zwischenfazit, und ging hierzu auf Erfahrungswerte mit der neuen Rolle als „Geschäftsführer der WEG“ ein.

Den lehrreichen Tag rundete Astrid Schultheis, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige aus Brühl, mit einem Impuls rund um zu vermeidende Fehler in der WEG-Jahresabrechnung ab.

Das 16. Beirats- & Eigentümerseminar des VDIVH am Folgetag startete nach der Eröffnung durch Werner Merkel mit dem Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Bad Vilbel, Sebastian Wysocki. Das Stadtoberhaupt lobte die rund 400 angereisten Beiräte und Eigentümer für ihre Wissbegierde und das Engagement, an einem Samstag auch zum Wohle der gesamten Gemeinschaft der Wohnungseigentümer eine fachliche Fortbildung zu besuchen.

Praktische Tipps rund um die Belegprüfung und Hinweise, auf was man hierbei unbedingt achten sollte, erhielten die Teilnehmer zunächst von Astrid Schultheis.

Wie sich das Gebäudeenergiegesetz auf das Wohnungseigentum auswirken kann und in welcher Art und Weise gehandelt werden muss, wenn das Gebäude beispielsweise mit Gasetagenheizungen, Ölheizungen oder anderen fossilen Energien beheizt wird, erläuterte im Anschluss Dr. Frank Zschieschack, was bei den Zuhörern besonders mit Interesse aufgenommen wurde. Die sich ergebenden Fragen auf technischen Lösungen wurden von Dr. Zschieschack auf die Expertenrunde am Nachmittag verwiesen.

Die wie am Vortag zusammengesetzte Podiumsdiskussion zum GEG baute auf der Grundfrage auf, ob man nicht wartet, bis die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen ist. So stehen auch noch politische Entscheidungen rund um Fördergelder aus. Breiten Raum nahm auch der Umgang mit den Etagenheizungen ein. Die Diskussion ging zwischen juristischer Betrachtung und dem Rat des Energieberaters einher sowie der Aussagen zu technischen Lösungen. Dies löste sodann eine rege Diskussion der Teilnehmer aus. Werner Merkel fasste das Thema so zusammen: Keine Hektik entwickeln, das Objekt energetisch einschätzen, die Möglichkeiten der Wärmeversorgung aufzeigen lassen, Kosten bewerten und auf die Wärmeplanung warten. Aber vor allem Geld ansparen, welches gleich wie die Entscheidung ausfällt, dringend gebraucht wird.

Nun ging Thomas Hannemann auf Besonderheiten der vermieteten Eigentumswohnung, und stellte unter anderem relevante Differenzen zwischen WEG- und Mietrecht dar. Auf Möglichkeiten zu Änderungen des Kostenverteilungsschlüssel wies Helge Schulz die anwesenden Beiräte und Eigentümer hin und ging hierbei auch auf die unterschiedliche Rechtslage vor und nach der WEG-Reform ein, die bei Beiräten und Eigentümern natürlich noch immer für Unklarheiten sorgt. Im abschließenden Fachvortrag zeigte Steuerberater und Diplom-Betriebswirt Matthias Weckenmann, der Mitgliedsunternehmen im Rahmen der Hotline für Steuerfragen berät, mit konkreten Steuer-Tipps auf, wie Wohnungseigentümer bares Geld sparen können.

Parallel zum Tagungsprogramm für die Beiräte wurde in diesem Jahr für Immobilienverwalter erstmals ein Führungskräfteseminar angeboten: Lutz Wagner, ehemaliger Fußballbundesligaschiedsrichter und verantwortlicher Koordinator für die Aus- und Weiterbildung der DFB-Schiedsrichter sowie gefragter TV-Schiedsrichterexperte, führte bei einem Workshops rund um das Thema „Entscheidungen treffen“ aus, dass lange Hosen von kurzen Hosen lernen können, dass das, was vor und mit 80.000 Zuschauern gelingt, auch im kleineren Kreis, beispielsweise bei einer Eigentümerversammlung funktioniert und dass das, was sich in 90 Minuten bewährt, auch im Alltag seine Gültigkeit hat.

Sowohl von Seiten der Verwalter als auch der Beiräte und Eigentümer gab es anschließend und im Nachgang viel Lob für das abwechslungsreiche Programm und die umfangreiche Fachausstellung.

Vorstandsvorsitzender Werner Merkel bedankte sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und verabschiedete sie mit der Hoffnung des VDIV Hessen, alle Teilnehmer im nächsten Jahr am 28. und 29. März 2025 wieder in der VILCO begrüßen zu können. 

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